Im Symposium "Werthaltungen angehender Führungskräfte" am Freitag und Samstag, 26./27. März 2010, diskutierten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über Möglichkeiten, wie zukünftigen Führungskräften stärker die Bedeutung von Werten und der ethischen Reflexion vermittelt werden kann. Am Campus Rheinbach der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg war auch interessiertes Publikum zur Teilnahme an den Vorträgen und Diskussionsrunden herzlich willkommen.
Die Initiierung, Organisation und Leitung des Symposiums hat Herr Dr. Thomas Krickhahn zu verantworten. Er wurde dabei tatkräftig durch das Organisationsteam, bestehend aus Frau Gabriele Schlegel, Frau Stefanie Drügg und Prof. Dr. Jürgen Bode sowie durch studentische Hilfskräfte unterstützt und begleitet, wobei die Mitglieder des Organisationsteams auch eine aktive Rolle bei der Durchführung des Symposiums übernommen haben.
Folgendes Programm wurde im Rahmen des Symposiums durchgeführt:
Eröffnungsworte
Wolfgang Grießl
Fördergesellschaft der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Geleitwort des Bürgermeisters
Stefan Raetz
Stadt Rheinbach
Werthaltungen für eine nachhaltige Unternehmensführung
Rudolf X Ruter
Ernst & Young
Werte philosophisch und wissenschaftlich betrachtet
Dr. Hermann T. Krobath
IPG-Institut für philosophische Grundfragen Wien
Die Werte von BWL-Studenten am Beispiel einer Befragung
Dr. Thomas Krickhahn
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Forschungsstand und Forschungsoptionen zur Erfassung von Werthaltungen von Führungskräften
Dr. Jürgen Deeg
FernUniversität in Hagen
Eine neue Kultur der Verantwortung - Was Politik und Gesellschaft von Unternehmen erwarten müssen
Katharina Schwalm-Schäfer
Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW
Zehn Gebote für die Wirtschaft
Peter Unterberg
Bund katholischer Unternehmer

Neue Werte braucht die Wirtschaft!?
Mit
Moderation: Frau Gabriele Schlegel, Herr Dr. Thomas Krickhahn
Die Vermittlung von Werten. Berichte aus der Praxis
Gabriele Schlegel
Business-Behaviour Institut für interkulturelle Kommunikation und geschäftliche Umgangsformen
Nachhaltige Unternehmensentwicklung aus sozialkonstruktivistischer Perspektive
Prof. Dr. Marc Ant
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Vertrauen, Angst und Gier - Was wirklich zählt - Eine neurowissenschaftliche und ökonomische Perspektive
Friedhelm Schwarz
Freier Wirtschaftsjournalist
Werte aus sozialpsychologischer Perspektive
PD Dr. Bernd Schlöder
Universität Bonn
Über die Fähigkeit, moralisch handeln zu können
Dr. Michael Gommel
Institut für systemische Medizin- und Organisationsethik
Ethik im Mittelstand - Ideal und Wirklichkeit
Andreas Rönnau
Handwerkskammer Hamburg

Ethik oder Karriere, das ist hier die Frage!?
Mit
Moderation: Prof. Dr. Jürgen Bode
Gesamtmoderation der Veranstaltung: Dr. Thomas Krickhahn, Stefanie Drügg
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Praktiker aus Unternehmen und gesellschaftlichen Organisationen ebenso teil wie Experten aus Wissenschaft und Forschung. Das Symposium erbrachte eine Fülle von Analysen, Ergebnissen und Befunden. In den beiden einführenden Hauptreden der Keynote-Speaker, vorgetragen von Rudolf X Ruter (Ernst & Young) mit dem Thema "Werthaltungen für eine nachhaltige Unternehmensführung" und Herrn Dr. Hermann T. Krobath (IPG-Institut für philosophische Grundfragen in Wien) mit dem Thema "Werte philosophisch und wissenschaftlich betrachtet" wurde systematisch aus unternehmenspraktischer und wissenschaftlich-philosophischer Perspektive in die Thematik eingeführt. Deutlich wurde dabei die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Unternehmensführung in den Unternehmen von Herrn Ruter herausgestellt während die Vielfalt und Komplexität des Wertebegriffs von Dr. Krobath verdeutlicht wurde. Allein über 800 Wertegattungen hat er in seiner aktuellen Studie über Werte identifiziert.
Die weiteren Ergebnisse waren so vielfältig und unterschiedlich wie die Vortragenden selbst. So wurde beispielsweise anhand der Ergebnisse einer studentischen Befragung, die an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg durchgeführt wurde, die Notwendigkeit der Vermittlung von Werten und die Auseinandersetzung mit dem Thema einer sozialverantwortlichen Unternehmensführung verdeutlicht.
Ein anderes Beispiel für die Ergebnisse ist, dass in Bezug auf die Unternehmensführung in großen und kleinen Unternehmen festgestellt werden konnte, dass Manager in Kapitalgesellschaften bzw. in größeren Unternehmen deutlich stärker auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtet sind, als Inhaber von als Personengesellschaften geführten mittelständischen Unternehmen, die eher werteorientiert eingestellt sind, weil sie näher an den Menschen dran seien, sich für sie verantwortlich fühlen. Manager in Kapitalgesellschaften orientierten sich dagegen eher an den am Ertrag ausgerichteten Aktionären. Hieraus lassen sich ganz unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Werte an die zukünftigen Führungskräfte erschließen.
Ein drittes Beispiel für die vorgestellten Befunde ist von Friedhelm Schwarz, der Ergebnisse aus seinem Werk, das er zusammen mit Prof. Dr. Elger zum Thema Neurofinance veröffentlichte. Er berichtete, dass bei Einstellungen von Führungskräften systematisch Fehlentscheidungen getroffen werden. So hätten Psychopathen, die stark leistungsorientiert, aber wenig soziales Einfühlungsvermögen und eine geringe Werteorientierung aufweisen, viel zu hohe Einstellungschancen, denn sie können in Bewerbungsgesprächen ihre soziale Inkompetenz glänzend verbergen. Es komme aber vielmehr darauf an, sowohl leistungs- als auch werteorientierte Führungskräfte einzustellen, denn nur in dieser Kombination wird auch eine nachhaltige verantwortungsbewusste Unternehmensführung ermöglicht. Hier zu sensibilisieren, zu informieren und die Studenten systematisch durch neue Unterrichtsmethoden einzustimmen, ist die Aufgabe, der sich die Hochschulen in der Ausbildung der zukünftigen Führungskräfte vermehrt stellen müssen.
Diese und viele weitere Ergebnisse aus dem Symposium sollen in einem Sammelband dokumentiert und veröffentlicht werden.
Die Rückmeldungen zur Veranstaltung waren durchgängig positiv. Typische Rückmeldungen waren z.B. derart:
"An dieser Stelle darf ich Ihnen nochmals zu Ihrer interessanten Veranstaltung gratulieren - sie hat mir sehr gut gefallen"
"Vielen Dank für das wirklich gelungene Symposium!"
"… nochmals herzlichen Dank für die interessante Tagung der letzten Woche. Ihre gute Vorbereitung hat sich wirklich bezahlt gemacht!"
"zunächst möchte ich mich nochmals sehr herzlich für Ihr Seminar "Wertehaltungen" bedanken. Auch wenn ich nur am Freitag teilnehmen konnte, so waren doch die Vorträge und vorgestellten Ergebnisse außerordentlich interessant."
"meinen Dank für die Einladung zu Ihrer abwechslungsreichen, niveauvollen und für mich (hoffentlich auch für jedermann) in jeder Hinsicht lohnenden Veranstaltung: Die formellen und informellen Auseinandersetzungen waren spannend, haben mir manche Einsicht und manche interessanten Kontakte vermittelt und das alles hat obendrein noch Spaß gemacht."
"es war inhaltlich, atmosphärisch und organisatorisch eine ausgezeichnete Veranstaltung, Gratulation! Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat für mich ein Gesicht bekommen, ein kluges und sympathisches. Wenn ich mich für die Hochschule irgendwie nützlich machen kann lassen Sie es mich wissen."
Insgesamt konnten damit die Ziele des Symposiums voll erreicht werden:
Unterstützung fand diese Veranstaltung durch die Übernahme der Schirmherrschaft von Frau Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Christa Thoben und die durch die Gesellschaft der Förderer der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg e.V. Weitere Partner der Veranstaltung war der Arbeitskreis Nachhaltige Unternehmensführung in der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V., die Unternehmensinitiative Verantwortungspartner KölnBonn und das Forum Nachhaltig Wirtschaften Wir freuen uns sehr über diese aktive Unterstützung unseres, und nach Meinung derjenigen, die uns eine Rückmeldung gegeben haben, offensichtlich sehr erfolgreichen Engagements.
Kontakt:
Dr. Thomas Krickhahn
Tel.: +49 2241 865 416
e-Mail
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